Nachdem Sie jetzt schon von Myriam und Michele und Virgil Insiderinformationen über ihre Städte bekommen haben, komme endlich ich an die Reihe. Mein Name ist Christian Reske und ich arbeite in der Firmenzentrale von Zoover Deutschland in Köln.
Als „Kölsche Jung“ möchte ich Ihnen hier gerne einige Tipps geben, damit Sie ein interessantes Wochenende – auch außerhalb der Karnevalssession – in meiner wunderschönen Heimatstadt verbringen können. Und da wir Rheinländer für unseren Humor bekannt sind, so wird auch dieser Streifzug durch Köln nicht ohne das eine oder andere Schmunzeln auskommen können.
Tag 1:

Lassen Sie unsere Tour an einem sonnigen Freitagnachmittag starten. Sie haben ihr Hotelzimmer bezogen – welches Sie selbstverständlich auf Zoover gefunden haben und sind jetzt ausgehfertig
Ab zum Dom! Die gotische Kathedrale ist mit ihren zwei 157m hohen Türmen das Wahrzeichen der Rheinmetropole und die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands. Die 533 engen Stufen des Südturms sind schon eine Herausforderung an die eigene Kondition, aber der
einmalige Ausblick über die Stadt ist jede Mühe wert und ein absolutes Muss!
Im Dom selber lassen wir uns von der imposanten Deckenkonstruktion beeindrucken und besichtigen noch schnell den Sarg mit den Reliquien der heiligen Drei Könige.
Wieder draußen geht es vorbei am Römisch-Germanischen Museum mit seinem berühmten Dionisos Mosaik zum „Heinzelmännchenbrunnen“ vor dem „Früh Brauhaus“. Hier wird die Geschichte der Kölner Heinzelmännchen erzählt: Der Legende nach erledigten diese zwergenartigen Wesen im Mittelalter des Nachts die liegengebliebene Tagesarbeit der Kölner, bis Sie eines Tages durch eine neugierige Schneidersfrau verscheucht wurden.
Nach so viel Kultur und Geschichte wird es Zeit für Shopping! Direkt neben dem Heinzelmännchenbrunnen beginnt mit der „Hohestraße“ die Kölner Einkaufsmeile. Von günstig bis Luxus, von Elektroartikeln bis zum Seidenstumpf – hier findet wirklich jeder etwas.
Bepackt mit vollen Einkaufstüten meldet sich unser Magen. Was sollte da jetzt besser passen, als die exquisite kölsche Hausmannskost! Also runter an den
Rhein in die Altstadt. In der „Salzgasse“ betreten wir das altehrwürdige Brauhaus „Sünner im Walfisch“ zu Füßen von „Groß St. Martin“. Beim „Köbes“ – dem Kölschen Kellner – bestellen wir erst einmal ein Kölsch und lassen uns die Speisekarte geben. Achtung! Schon viele Touristen sind auf den „Halven Hahn“ reingefallen. Damit ist jedoch nicht – wie oft vermutet – ein halbes Hähnchen gemeint, sondern nur ein Roggenbrötchen mit einer Scheibe Käse. Wir haben aber größeren Hunger und bestellen eine weitere regionale Spezialität: „Himmel un Äd“ (Himmel und Erde) – gestampfte Kartoffeln, Röstzwiebeln und Flönz (gebratene Blutwurst). Nach dem Essen lassen wir den Abend in einer der unzähligen gemütlichen Kneipen der Altstadt ausklingen und genießen noch das eine oder andere Kölsch.
Tag 2:
Unseren zweiten Tag beginnen wir auf dem rechten Rheinufer in Deutz, der sogenannten „Schäl Sick“. Diese Bezeichnung hat nichts mit „schäl“ (kölsch für „dumm“) zu tun, sondern beruht darauf, dass früher die Frachtkähne auf der linken Rheinseite mit Pferdegespannen Stromaufwärts gezogen wurden. Die Zugpferde hatten dabei zum Rhein hin eine Scheuklappe an um nicht von den Sonnenreflektionen des Wasser irritiert zu werden. Diese „Schäls“ zeigten nun mal Richtung Deutz. Der Begriff wurde dadurch prägend für das rechte Rheinufer.
In Deutz besteigen wir , diesmal bequem per Aufzug, den „LVR Turm“ und haben von hier einen außergewöhnlichen Ausblick auf die Skyline von Köln – Postkartenpanorama garantiert, also Kamera nicht vergessen!
Im Anschluss spazieren wir gemütlich durch den blumenreichen Rheinpark und gelangen zur Seilbahn, die seit 1957
Besucher über den Rhein direkt vor den Eingang des Kölner Zoo’s befördert. Auch diese Fahrt liefert wieder einen fantastische Fotomotive und ungewöhnliche Ausblicke. Welche Millionenstadt hat schon eine Seilbahn? Barcelona und Rio de Janeiro mal ausgeschlossen…
Beim anschließenden Zoobesuch bestaunen wir vor allem das lustige Treiben auf dem Pavianfelsen und das neue Elefantenhaus.
Wieder zurück im Rheinpark genießen wir die Nachmittagssonne im Beach Club „km 689“ mit leckeren Cocktails und Chillout Musik.
Am Abend haben wir Karten für den „Musical Dome“ reserviert und bewundern die aktuelle Show. Später verschlägt es uns auf die „Ringe“ in eine der vielen Bars und Straßencafés um in das kölsche Nachtleben einzutauchen.
Tag 3:

Am Sonntag haben wir vor unserer Abreise noch Zeit einen relativ neuen Brauch in Köln zu beobachten:
Auf der Hohenzollernbrücke hängen tausende von Vorhängeschlössern am Geländer. Frisch verliebte Pärchen besiegeln symbolisch Ihre Liebe indem Sie ein kleines Schloss ans Brückengeländer schließen um dann gemeinsam den Schlüssel in den Rhein werfen. Romantik pur. Zunächst wollte die Stadt Köln diese Schlösser entfernen lassen, beugte sich aber der Liebe und ließ die Schlösser doch hängen.

Zum Abschluss des Besuches fehlt nur noch das Schokoladenmuseum. Dort erfährt man alles über die Herstellung dieser süßen Versuchung. Aber eigentlich interessiert uns nur das Naschen aus dem größten Schokoladenbrunnen der
Welt. Zum Glück ist das im Eintrittspreis inbegriffen.
Was nehmen wir also mit aus unserem Wochenende in Köln? Diese Stadt ist tolerant, weltoffen, schafft den Spagat zwischen Tradition und Moderne und nimmt sich meistens selbst nicht ganz ernst. Um etwas von der kölschen Lebensart mitnehmen zu können, hilft vielleicht das „kölsche Grundgesetz“:
“Kölsches Grundgesetz“:
Artikel 1: Et es wie et es.
(„Es ist wie es ist.“)
Sieh den Tatsachen ins Auge.
Artikel 2: Et kütt wie et kütt.
(„Es kommt wie es kommt.“)
Füge dich in das Unabwendbare; du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.
Artikel 3: Et hät noch immer joot jejange.
(„Es ist immer noch gut gegangen.“)
Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren.
Situationsabhängig auch: Wir wissen es ist Murks, aber es wird schon gut gehen.
Artikel 4: Wat fott es, es fott.
(„Was fort ist, ist fort.“)
Jammer den Dingen nicht nach.
Artikel 5: Et bliev nix wie et wor.
(„Es bleibt nichts wie es war.“)
Sei offen für Neuerungen.
Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
(„Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.“)
Sei kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen.
Artikel 7: Wat wells de maache?
(„Was willst du machen?“)
Füg dich in dein Schicksal.
Artikel 8: Maach et joot, ävver nit zo off.
(„Mach es gut, aber nicht zu oft.“)
Achte auf deine Gesundheit.
Artikel 9: Wat soll dä Käu?
(„Was soll das sinnlose Gerede?“)
Stell immer die Universalfrage.
Artikel 10: Drinks de ejne met?
(„Trinkst du einen mit?“)
Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach.
Artikel 11: Do laachs de disch kapott.
(„Da lachst du dich kaputt.“)
Bewahr dir eine gesunde Einstellung zum Humor.
In diesem Sinne: Dreimal Kölle Alaaf!


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Auf der beschriebenen Tour kommt man ja an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei (z.B. Hainzelmännchenbrunnen, Dom…). Da ich auch immer gerne mein eigener Stadtführer bin, hab ich bei meinem letzten Köln-Trip mal einen Mp3-Audioguide ausprobiert. Das kann ich nur empfehlen. Ist mal was völlig anderes als das ständige Gesuche in den kleinen Büchern. Hatte den Guide von http://www.audio-city.de
ALS GEBÜRTIGE KÖLNERIN, IN DER SCHWEIZ ALS EVANGELISCHE ORDENSFRAU LEBEND, FREUE ICH MICH IMMER WIEDER ETWAS AUS MEINER HEIMATSTADT ZU HÖREN. ICH BIN NÄMLICH STOLZ IN KÖLLE GEBOREN ZU SEIN. BESUCHE ICH MEINEN BRUDER, IST ES EIN BESONDERES ERLEBNIS, WENN ICH INS HÄNNESCHEN THEATER KANN. SEHR EMPFEHLENSWERT, AUCH DIE KINDERVORSTELLUNG, UM EINMAL ECHTES KÖLSCH ZU HÖREN. NEHME AUCH IMMER DIE HÄNNESCHEN KARNEVALSSITZUNG AUF, OBWOHL MIR DIE SPRACHE DORT , BETR AUSDRÜCKEN, NICHT IMMER GEFÄLLT. VIELEN DANK FÜR DEN RUNDGANG, HÄRZLIG SR. ROSEMARIE
Wunderschön Rira. Als Wuppertaler bin ich auch begeisteter Fan der rheinische Metropole Köln. Wenn es nicht unbedingt sein muß, meide ich die verbotene Stadt Düsseldorf. Denn mein Herz hängt a.) an Wuppertal und dann sofort b.) an Köln.
Düsseldorf ist nur für den, der schon alles hatte.
Na dann kann ich nur sagen “Viel Spaß bei der Tour durch Kölle”!
Ich kenne als Wuppertaler Zwar Köln, aber ich werde Deine Beschreibung einmal folgen.
Als gebürtigen Kölner der jetzt (leider) im Ausland arbeitet hat mich das Heimweh gepackt. Vielen Dank…
Super Bericht!
Wenn der Karnevlastrubel vorbei ist, werd ich deinen Weg mal nachgehen!